Powerline:
Ging es Ende der 1990er Jahre nach den Energieversorgern,
so sollte das jeweils eigene Stromnetz eine echte
Alternative und vor allem Konkurrenz für
die Deutsche Telekom im Bereich Breitband-Internet
werden. Powerline hieß das Zauberwort. Internet
aus der Steckdose.
Gemeint war eigentlich die Überbrückung
der so genannten "Letzten Meile", und
zwar von dem letzten Verteilerkasten der Deutschen
Telekom hin zur Wohnung des Kunden. Die Energieversorger
wollten diese Strecke mit ihren Stromanschlüssen
überbrücken und dabei sollte der Kunde
dann auch gleich in jeder Steckdose seines Hauses
bzw. Wohnung Internet empfangen können.
Was sich aber so gut und genial anhört,
entwickelte sich bei den Energieversorgern nach
einigen hundert Millionen Investitionskosten zu
einem Fiasko. Gleich vier große Energieversorger
waren angetreten um im großen Geschäft
mit dem Breitband-Internet mitzuspielen, nämlich
E.ON, RWE, EnBW und MVV. Zu Anfang sollten bis
zu 2 MBit/s geliefert werden können, doch
keine der Anbieter sollte dieses Soll dauerhaft
erfüllen können.
Der Stromriese E.ON spielte im Jahre 2000 noch
mit Planzahlen von monatlich 50.000 Neukunden,
musste sein Projekt jedoch schon im Jahre 2001
wieder einstellen. Die REW startete Mitte 2001
doch auch dieser Energieversorger musste sein
Projekt bereits im September 2002 wieder einstellen.
In Baden-Württemberg testete die Energie
Baden-Württemberg AG (EnBW) sein Powerline
Netz von 1998 bis Mai 2002, wobei in der Zwischenzeit
zwei Netzwerkausrüster "verbrannt"
wurden. Lediglich die MVV entwickelte mit dem
israelischen Technikausrüster MainNet das
Produkt PPC und PPC ist das einzige Unternehmen
in Deutschland das kleinen und mittleren Stadtwerken
bei der Einrichtung entsprechende Angebote behilflich
sein kann.
Die Stromnetze sind einfach nicht ausreichend
abgeschirmt, um die äußeren Störeinflüsse
der digitalen Informationen ohne nennenswerte
Übertragungsverluste zu kompensieren. Es
gibt zwar noch einige Anbieter mit Powerline,
allerdings nur kleinere Energieversorger mit kleineren
Netzen. Powerline wird betrieben in den Städten
Dresden, Ellwangen, Hameln, Haßfurt und
Mannheim (Stand 2009). Was geblieben ist, ist
Powerline innerhalb der eigenen Wohnung. Die Breitband-Signale
werden der TEA-Steckdose entnommen und fließen
über spezielle Umwandler in das Stromnetz
des Kunden. Möchte der Kunde in einem bestimmten
Raum seinen PC an einer bestimmten Steckdose anschließen,
so braucht er lediglich einen Adapter in die Steckdose
zu stecken und kann dann seinen PC anschließen.
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