Wenn man von Kabel Breitband-Internet spricht,
so sind die ehemaligen TV-Kabelnetze der großen
Kabel-Netzbetreiber Kabel Deutschland, Kabel BW
und Unitymedia gemeint. Kabel-Deutschland ist
derzeit (Stand 2010) in 13 deutschen Bundesländern
vertreten, Kabel BW lediglich in Baden-Württemberg
und Unitymedia in Hessen sowie Nordrhein-Westfalen.
In den vergangenen Jahren hat sich das TV-Kabel-Netz
der Kabel-Provider zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz
gegenüber den DSL-Providern entwickelt. Das
Kabelnetz der Kabel-Provider besteht nämlich
zum größten Teil aus hochmodernen Glasfaserleitungen
und können mit einem geringen Aufwand auf neue
Technologien und somit auf wesentlich höhere
Geschwindigkeiten aufgerüstet werden. Zwischenzeitlich
bieten die Kabel-Provider ihren Kunden in den Standard-Paketen
Geschwindigkeiten von bis zu 32 MBit/s, während
die DSL-Provider bei einer Geschwindigkeit von bis
zu 16 MBit/s stehen bleiben müssen. Zwar sind
die DSL-Provider dabei mit VDSL
neue Netze anzubieten, doch auch VDSL kann in der
ersten Ausbaustufe nicht mehr als lediglich 50 MBit/s.
Die Kabelnetzbetreiber dagegen betreiben bereits
Netze mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 MBit/s
und testen bereits Strecken mit 200 MBit/s.
Immer noch gibt es in Deutschland viele kleine
Stadtnetzbetreiber mit einem eigenen TV-Kabelnetz,
allerdings die Masse der Kunden werden von den
drei großen Kabelnetzbetreibern getragen.
In jüngerer Vergangenheit (2009 / 2010) werden
auch immer häufiger Stimmen laut die meinen,
man sollte die Kabelnetzbetreiber zusammenlegen
um die Wirtschaftlichkeit zu erhalten und zu erhöhen.
Sowohl die Kabelnetzbetreiber als auch die DSL-Provider
sind gezwungen, immer weiter in ihre Netze zu
investieren und die sich stetig senkenden Kundenendpreise
zwingen die Netzanbieter auf Sicht auch zu Fusionen.
Während die kleinen Stadtnetzbetreiber den
Kunden zumeist individuelle und sehr unterschiedliche
Zugänge und Tarif-Kombinationen anbieten,
bieten die drei großen Kabel-Provider ihren
Kunden (wie die DSL-Provider auch), Komplett-Pakete
an. In diesen Komplett-Paketen hat der Kunde einen
Breitband-Internet-Zugang, einen Telefonanschluss
sowie die dazugehörigen Flatrates fürs
Surfen im Internet und Telefonate ins deutsche
Festnetz. Zusätzlich bieten die Kabel-Provider
den Kunden noch Digital TV, eine Leistung die DSL-Provider derzeit
nur über VDSL liefern können.
Obwohl die Kabelnetzbetreiber mit immer neuen
Internet Marketing Strategien versuchen ihre Produkte
zu vermarkten, führt dennoch der Weg immer
noch über die Deutsche Telekom zum Kunden,
oder die Kabelnetzbetreiber haben zusätzliche
Glasfaserleitungen direkt zum Kunden zu legen.
Die so genannte "Letzte Meile" gehört
nämlich immer noch der Deutschen Telekom
und hierfür werden monatliche Teilnehmeranschlussgebühren
(TAL-Miete) fällig und deshalb können
die Kabel-Provider bestimmte Preisuntergrenzen
für ihre Angebote nicht unterschreiten.
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