Schaut man rund zehn Jahre zurück, so waren
die heute angebotenen Internet-Geschwindigkeiten
und die daraus wachsenden Möglichkeiten unvorstellbar.
So startete die Deutsche Telekom im Jahre 1999
mit DSL, und zwar mit einer Geschwindigkeit von
bis zu 768 KBit/s im Download sowie 128 KBit/s
im Upload. Zu der damaligen Zeit galt diese Geschwindigkeit
als echte Hochgeschwindigkeit, boten doch die
analogen Telefonleitungen lediglich Geschwindigkeiten
von bis zu 56 KBit/s bzw. die ISDN-Leitungen Geschwindigkeiten
von bis zu 64 KBit/s.
Mit den Jahren 2002 bis heute (2010) haben sich
die angebotenen Geschwindigkeiten enorm erhöht.
Die heutigen Standard-DSL-Anschlüsse bieten
dem Kunden Geschwindigkeiten von bis zu 6 MBit/s,
ADSL bis zu 16 MBit/s und VDSL heute bis zu 50 MBit/s.
Allerdings ist Deutschland immer noch nicht flächendeckend
mit Breitband-Internet ausgestattet und parallel
zu DSL haben sich andere Technologien fürs
Breiband-Internet entwickelt.
Als erste DSL-Alternative wäre Glasfaser
zu nennen. Genutzt werden die Glasfaserleitungen
vorwiegend von den TV-Kabelnetzbetreibern, die
mit Kabel-Deutschland, Kabel BW und Unitymedia
eine echte und ernstzunehmende Konkurrenz für
die DSL-Provider darstellen. Die Kabelnetzbetreiber
verfügen mit ihren Glasfasernetzen nämlich
über besser ausgerüsteten Netzen als
die DSL-Provider. DSL wird über die ehemalige
Telefon-Kupferleitung realisiert und ist nach
50 Jahren Dauerbetrieb entsprechend kostenintensiv
in der Wartung, Erneuerung und Aufrüstung.
Andere Betreiber mit anderen Technologien haben
sich im Internet-Breitbandgeschäft versucht
und sind im wahrsten Sinne des Wortes jämmerlich
gescheitert. Allen voran die Deutsche Telekom
mit der Aufrüstung der so genannten OPAL-Glasfasernetze
in den neuen Bundesländern und in vielen
Neubaugebieten der alten Bundesländern in
den Jahren zwischen 2001 und 2005.
Mit Powerline sollte das Internet via Stromnetz
aus der Steckdose kommen, doch die Stromnetze
sind nicht ausreichend gegen Störeinflüsse
abgeschirmt. Die großen Energieversorger,
allen voran E.ON oder RWE haben sich bei diesem
Projekt eine blutige und kostenspielige Manager-Nase
holen müssen. Außer Spesen nichts gewesen
war das Resümee der großen Energieversorger.
Ebenso zur Erfolglosigkeit scheint das Satelliten-Angebot
für Breitband-Internet zu sein. Die Teles
AG aus Berlin hat sich mit Sky-DSL versucht und
mit 22.000 Kunden letztlich mehr als 15 Millionen
Euro an Aktiengelder versenkt.
Es gibt allerdings auch Lichtblicke mit neuen
Technologien, wenn es im Jahre 2001 auch noch
nicht so ausgesehen haben mag. Gemeint sind die
UMTS-Netze, deren Lizenzen im Jahre 2000 für
mehr als 100 Milliarden DM gekauft wurden und
somit zu einer ungeheuren Finanzierungslast der
Mobilfunknetzbetreiber führten.
Zwischenzeitlich haben sich allerdings drei Mobilfunk-Netzbetreiber
mit aufgerüsteten UMTs-Netzen etabliert,
nämlich T-Mobile, Vodafone und O2-Germany.
In einigen Regionen werden über UMTS-HSDPA
bereits Geschwindigkeiten von bis zu 14,4 MBit/s
geboten, durchgängig bei T-Mobile und Vodafone
allerdings 7,2 MBit/s und O2-Germany 3,6 MBit/s.
Aber immerhin, eine echte Alternative zu den Breitband-Internet-Anbindungen
via DSL oder Glasfaser. Schließlich können
die UMTS-Zugänge mobil genutzt werden, DSL
und Glasfaser dagegen nicht.
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